Brahmstage

Die Brahmstage Baden-Baden – ein  alle zwei Jahre stattfindendes Festival von hohem künstlerischem Niveau –
wurden eingerichtet, um aus den Überschüssen der Konzertreihe den Unterhalt des Brahmshauses zu finanzieren und
das Brahmshaus der breiten Öffentlichkeit näher zu bringen.
 
 
 
 In diesem Jahr wird es einen „Artist in residence“ geben, der an allen drei Tagen als Solist und Kammermusiker mit verschiedenen Besetzungen auftreten wird. Es handelt sich um den in Russland geborenen Geiger Ilya Gringolts.
 
 
 
 
 

Der russische Geiger Ilya Gringolts überzeugt mit äußerst virtuosem Spiel und feinfühligen Interpretationen und sucht dabei stets nach neuen musikalischen Herausforderungen.

Nachdem er zunächst Violine und Komposition in St. Petersburg bei Tatiana Liberova und Jeanna Metallidi studiert hatte, setzte Ilya Gringolts sein Studium bei Itzhak Perlman an der Juilliard School fort. 1998 ging er als Gewinner des internationalen Violin-Wettbewerbs "Premio Paganini” hervor, als jüngster Teilnehmer im Finale der Wettbewerbsgeschichte.

 

Als gefragter Solist widmet er sich neben dem großen Orchesterrepertoire auch selten gespielten und zeitgenössischen Werken. Daneben gilt sein künstlerisches Interesse der historischen Aufführungspraxis, so leitete er vergangene Saison von der Violine aus Paganinis 1. Violinkonzert in Originaltonart mit dem Finnish Baroque Orchestra und war als Solist mit der Oxford Philharmonia zu hören.

 

Ilya Gringolts konzertierte bereits mit so namhaften Orchestern wie dem Royal Liverpool Philharmonic, dem BBC Symphony, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem St. Petersburg Philharmonic, dem Los Angeles Philharmonic, dem Chicago Symphony, dem Melbourne Symphony, dem NHK Symphony Orchestra, dem Mahler Chamber Orchestra, dem Sao Paulo State Symphony, dem Hallé Orchestra und den beiden Orchestern der SWR. Jüngste Höhepunkte waren Projekte mit den Bamberger Symphonikern, dem Warsaw Philharmonic, dem BBC Scottish Symphony, dem Copenhagen Philharmonic, dem City of Birmingham Symphony Orchestra oder dem Singapore Symphony, in 2016/17 debutierte er zudem mit dem Violinkonzert von György Ligeti beim Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und ging im Frühjahr mit dem Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung seines ehemaligen Lehrers Itzhak Perlman auf Tournee. 

 

Er ist außerdem Primarius des 2008 gegründeten Gringolts Quartetts, das seither mit Auftritten u.a. bei den Salzburger Festspielen, beim Lucerne Festival, dem Menuhin Festival Gstaad oder am Teatro La Fenice in Venedig Erfolge feiert. Als Kammermusiker arbeitet er mit Künstlern wie Yuri Bashmet, David Kadouch, Itamar Golan, Peter Laul, Aleksandar Madzar, Nicolas Altstaedt, Andreas Ottensamer, Antoine Tamestit und Jörg Widmann zusammen und ist regelmäßiger Gast u.a. bei den Festivals in Luzern, Kuhmo, Verbier, Colmar und Bukarest (Enescu Festival) sowie bei den Mailänder Serate Musicali und an der Sankt Petersburger Philharmonie.

 

Neben seiner Tätigkeit als Professor an der Zürcher Hochschule der Künste wirkt Ilya Gringolts regelmäßig als Violin International Fellow am Royal Scottish Conservatoire in Glasgow.

 

Er spielt eine Violine von Giuseppe Guarneri "del Gesù", Cremona 1742-43, die ihm aus privatem Besitz zur Verfügung gestellt wurde.

 

 

 

Ilya Gringolts wird in allen drei Konzerten der Brahmstage sowohl als Solist als auch als Kammermusiker zu hören sein.

 

Am Freitag, den 20. Oktober um 20 Uhr werden die Brahmstage Baden-Baden im Weinbrennersaal des Kurhauses mit der Philharmonie Baden-Baden unter Leitung ihres Dirigenten Pavel Baleff mit dem 2. Sinfoniekonzert im Rahmen des Abonnements eröffnet.

 

Das Konzert beginnt mit der „Hamlet“ Ouvertüre des als dänischen Brahms bezeichneten Komponisten Niels Wilhelm Gade. Anschließend spielt Ilya Gringolts das Violinkonzert D-Dur op.77 von Johannes Brahms. Den Abschluss bildet die Sinfonie Nr.1 c-Moll op.11 von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Ab 19.40 Uhr findet im Konzertsaal eine Konzerteinführung statt.

 

Der erste Programmpunkt am Samstag, 21. Oktober, ist um 13.30 Uhr

mit der Mitgliederversammlung der Brahmsgesellschaft Baden-Baden e.V.

im Gemeinderatssaal im Rathauses Baden-Baden angesetzt.

 

 

Am Samstagabend, 21. Oktober um 20 Uhr erwartet uns Kammermusik vom Feinsten.

Zusammen mit dem Pianisten Peter Laul gestaltet Ilya Gringolts im Weinbrennersaal des Kurhauses einen Sonatenabend mit Violinsonaten von Dvorak, Mendelssohn und Brahms.

 

Um Schülern und Studenten die Möglichkeit zum kostenlosen Eintritt zu bieten, hat die Brahmsgesellschaft den größeren Weinbrennersaal im Kurhaus Baden-Baden als Veranstaltungsort gewählt.

Freikarten für Schüler und Studenten können beim Brahmshausbüro unter 07221 99872 reserviert werden.

 

 

Peter Laul wurde in St. Petersburg geboren wo er mit Alexander Sandler am Konservatorium für Musik studierte. Hier füllt er zurzeit auch eine Lehrverpflichtung aus. 2003 verlieh ihm das russische Kulturministerium eine Ehrenmedaille für sein exzellentes Kulturschaffen.

 

Peter Laul tritt als Solist mit dem philharmonischen Orchester St. Petersburg, mit dem Orchester von Mariinsky-Theater, dem Symphonieorchester Moskau, dem staatlichen Orchester "Moskauer Kapelle" und vielen anderen regionalen Orchestern unter Dirigenten wie Maxim Schostakowitsch (1. Klavierkonzert von D. Schostakowitsch), Jean-Claude Casadesus, Vassily Sinaiski, Nikolai Alexeiev und Valery Gergiev auf. Er spielte auch mit der Nordwestdeutschen Philharmonie, den Orchestern der Theater von Bremen und Oldenburg und mit SWR unter der Leitung von François-Xavier Roth.

 

Seine Partner in der Kammermusik sind, unter anderen, Marc Coppey, Ilya Gringolts, Graf Mourja, Sergej Levitin, Gary Hoffmann, David Grimal, Diemut Poppen, Lawrence Power, Laurent Korcia und Tedi Papvrami.

 

Mit Marc Coppey verbindet ihn eine intensive musikalische Verbindung: auf dem Label Aeon erschien ein Album mit russischen Sonaten (2006) und die Brahm'schen Sonaten. Regelmäßig tritt er als Trio mit Graf Mourja und Françoise Groben auf, mit denen er auch einen Zyklus der Trios von Brahms eingespielt hat.

 

In den Jahren 2009-2011 erschienen die Einspielungen der Kammermusik von Robert Schumann: die 3 Violinsonaten mit Ilya Gringolts, die 3 Klaviertrios mit Ilya Gringolts und Dmitry Kouzov und das Klavierquintett mit Gringolts Quartett auf dem Label Onyx.

 

 

Den Abschluss der 26. Brahmstage im Festspielhaus am Sonntagvormittag um 11 Uhr –

bildet das Gringolts Quartett mit Streichquartetten von Brahms und Schumann.

 

GRINGOLTS QUARTETT

Ilya Gringolts, Violine

Anahit Kurtikyan, Violine

Silvia Simionescu, Viola

Claudius Herrmann, Violoncello

 

 

Im 2008 gegründeten und in Zürich beheimateten Gringolts Quartett fanden sich vier Musiker aus vier Ländern zusammen, die einander schon durch viele kammermusikalische Begegnungen freundschaftlich verbunden waren: Über Jahre hatten der russische Geiger Ilya Gringolts, die rumänische Bratschistin Silvia Simionescu und die armenische Geigerin Anahit Kurtikyan immer wieder auf internationalen Festivals in verschiedenen Formationen gemeinsam musiziert; der deutsche Cellist Claudius Herrmann spielte mit Anahit Kurtikyan im renommierten Amati Quartett Zürich. Was sie miteinander verbindet, sind die große Freude am gemeinsamen Musizieren und die Leidenschaft für das Streichquartettspiel.

 

Zu den musikalischen Partnern des Quartetts zählen Künstler wie Leon Fleischer, Jörg Widmann, David Geringas, Malin Hartelius, Christian Poltéra und Eduard Brunner. Abgesehen vom klassischen Repertoire widmen sich die Musiker auch regelmäßig zeitgenössischer Musik, u.a. den Streichquartetten von Marc-André Dalbavie, Jörg Widmann und Jens Joneleit.

 

In den vergangenen Spielzeiten war das Quartett unter anderem bei den Salzburger Festspielen, beim Lucerne Festival, dem Gstaad Menuhin Festival, an der Sankt Petersburger Philharmonie, am L'Auditori Barcelona, bei der Sociedad Filarmónica de Bilbao, der Società di Concerti in Mailand und den Kasseler Musiktagen zu Gast. In der laufenden Spielzeit sind neben Debuts an der Wigmore Hall, dem Louisiana Museum Copenhagen, bei Lugano Musica und am Stockholm Konserthuset weitere Konzerttourneen durch Italien, Deutschland und die Schweiz geplant.

 

2011 erschien die Debüt-Aufnahme des Quartetts mit Werken von Robert Schumann. Für die Ende 2012 erschienene Ersteinspielung des Quintettes von Walter Braunfels gemeinsam mit David Geringas wurde das Gringolts Quartett mit einem Supersonic Award sowie mit einem ECHO Klassik ausgezeichnet, und 2014 machte es mit seiner Brahms-CD auf sich aufmerksam („Ein Brahms, der gerade durch sein interpretatorisches Konzept neue Wege des Verständnisses aufzeigt.“ Pizzicato.lu). Die neueste Veröffentlichung mit den Quintetten von Glasunow und Tanejew gemeinsam mit Christian Poltéra erschien im Frühjahr 2016 und wurde sogleich mit dem begehrten Diapason d’Or ausgezeichnet. 

 

Die Mitglieder des Gringolts Quartettes spielen alle auf seltenen italienischen Instrumenten: Ilya Gringolts spielt eine Giuseppe Guarneri "del Gesù" Violine, Cremona 1742-43 aus privatem Besitz, Anahit Kurtikyan eine Camillo Camilli Violine, Mantua 1733, Silvia Simionescu eine Jacobus Januarius Bratsche, Cremona 1660 und Claudius Herrmann ein Maggini Cello, Brescia 1600. Auf diesem Instrument spielte einst Prinz Golizyn, ein großer Bewunderer Beethovens, als erster die von ihm in Auftrag gegebenen letzten Streichquartette des Komponisten.

 

 

In diesen klangerfüllten Musiktagen haben Konzertbesucher

zudem Gelegenheit, das Museum im Brahmshaus zu besuchen

und auf den Spuren von Johannes Brahms zu wandeln.

 

Das Museum ist an den Konzerttagen von 10 Uhr bis 16 Uhr geöffnet.

 

Karten für die Veranstaltungen der Baden-Badener Brahmstage gibt es im Vorverkauf

beim Ticketservice Trinkhalle unter 07221-93 275 233

und für die Konzerte im Festspielhaus auch über die Ticket-Hotline 07221-3013101.

Der Vorverkauf hat bereits begonnen.